“Mitarbeiter müssen sich über die Relevanz des Lernens bewusst sein”

Podcast Beiträge 05.29.2023

In unserem heutigen HRM Podcast zum Thema “Lern-Hacks in Unternehmen” dürfen wir Dr. Thomas Tillmann als Gast begrüßen. Er wird uns über Strategien erzählen, wie Unternehmen ihre Mitarbeiter an eine Kultur des Lernen heranführen können und welche Rahmenbedingungen hierfür notwendig sind. Und er wird im Gespräch mit Alexander Petsch, dem Gründer des HRM Instituts, erklären, warum die Verantwortung des Lernprozesses letztlich doch beim Einzelnen liegt.

Thomas Tillmann berät seit 15 Jahren Unternehmen und Organisationen bei der Umsetzung ihrer Lern- und Weiterbildungsstrategien. Seine Kundenliste liest sich wie das Who is who der deutschen Wirtschaft – darunter Siemens, Deutsche Telekom, Henkel oder Daimler. Vor dem Sprung in die Selbstständigkeit war Thomas Tillmann unter anderem fünf Jahre Senior Associate bei McKinsey & Company.

Dem Lernen in Unternehmen liegt nach Ansicht von Thomas Tillmann auch ein hausgemachtes Missverständnis zugrunde. Und das läge an dem Begriff Personalentwicklung. “Der verleitet zu der Annahme, die heißt so, weil sie das Personal entwickelt.” Und das sei natürlich nur teilweise richtig. Vielmehr seien Lernprozesse etwas, die ganz stark vom Einzelnen ausgingen, sagt der studierte Literaturwissenschaftler. “Ich werde nicht belernt, sondern ich lerne selbst.” Und genau an diesem Punkt sollten Unternehmen und Organisation umdenken, sich von Strukturen der Vergangenheit lösen. “Wir müssen das Lernen neu sortieren”, sagt Thomas Tillmann. Antworten auf Fragen finden wie: “Wer hat welche Funktion in Bezug auf Lernen?”, “Welche Rahmenbedingungen haben wir dafür?”, “Mit welcher Einstellung gehen wir das an?”

Zutrauen der Mitarbeiter in ihre Entwicklungsmöglichkeiten fördern

Der Kern von Thomas Tillmanns These ist aber die Verschiebung der Verantwortung auf den Einzelnen. “Selbststeuerung und Eigenverantwortung sind etwas ganz Entscheidendes. Andere können für das Lernen den Rahmen schaffen, aber am Ende geschieht dieses Lernen durch mich im Kopf.” Lange Zeit sei das Thema zu sehr an HR delegiert worden, meint Thomas Tillmann. Da seien Mitarbeiter in irgendwelche Programme gesteckt und mutmaßlich weitergebildet worden. “Das hat aber nie überzeugend funktioniert.” Im Zuge der digitalen Transformation dränge sich das Thema Lernen zunehmend in den Vordergrund. Und da Arbeitsprozesse immer spezifischer werden, seien große Weiterbildungsgruppen, wie wir sie aus der Vergangenheit kennen, nicht mehr zeitgemäß. Zu den Hauptaufgaben des HR gehöre es daher, Mitarbeitern “Orientierung zu geben, ihnen mit Anregungen zur Seite stehen, wie ihr Lernen gelingen kann”.

Das A und O des selbstbestimmten Lernens ist für Thomas Tillmann die Relevanz. “Wenn ich die Relevanz eines Lernverhaltens klar vor Augen habe, kann ich auch mit defizitären Medien oder Trainern gut lernen.” Umgekehrt verhalte es sich ähnlich. Daher sei es wenig erfolgsvorsprechend, wenn Mitarbeiter von HR in Programme gesteckt würden, die nicht auf Initiative des Einzelnen zurückgingen. “Das können noch so aufwendig produzierte Kurse sein”, sagt Thomas Tillmann, “wenn die Mitarbeiter da reingepusht werden, stellt sich diese Relevanz nicht ein”. Vielmehr sollten sich Personal darauf konzentrieren, bei ihren Mitarbeitern Zutrauen in die eigenen Entwicklungsmöglichkeiten zu fördern. “Wir unterschätzen, wie viele Menschen dahingehend ein sehr skeptisches Selbstbild von sich haben”, sagt der Lernexperte. Dies lasse sich mit einfachen Strukturen und Methoden, wie beispielsweise dem “Lern-Cockpit” erreichen.

Das Gelernte schnell in den Alttag einfließen lassen

Führungskräften rät Thomas Tillmann mit gutem Beispiel voranzugehen. Wie etwa im Fall jenes Vorstands, der ein solches Lern-Cockpit, angereichert mit einem Video, gegenüber den Mitarbeitern öffentlich machte. “Darin

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Alexander R. Petsch

CEO Chief Enabling Officer

Love to be in HR …. gut weiterlesen auf Hrm.de

Thomas Tillmann

L&D-Experte & Co-Founder Lernhacks GmbH

Dr. Thomas Tillmann studierte Geisteswissenschaften, ehe er 2001 bei McKinsey & Company in die Unternehmensberatung einstieg. Seit 2006 ist er selbständig und berät Unternehmen, Organisationen, aber auch staatliche Akteure bei der weiterlesen auf Hrm.de

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